{"id":209,"date":"2020-02-01T13:49:05","date_gmt":"2020-02-01T12:49:05","guid":{"rendered":"http:\/\/freinberger.com\/union\/?page_id=209"},"modified":"2020-02-01T13:58:58","modified_gmt":"2020-02-01T12:58:58","slug":"vereinsgeschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/freinberger.com\/union\/vereinsgeschichte\/","title":{"rendered":"Vereinsgeschichte"},"content":{"rendered":"\n<p>&#8230; oder die\nGeschichte eines Jahrtausendbauwerks<br>\n                  <br>\nJohann der Weise<br>\nBruchst\u00fcck in 2 Akten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Federspiel entschl\u00fcpfte E. Grassmann.<\/p>\n\n\n\n<p> Vor grauen Jahren gab es einen Verein im Osten,\nder ein Haus und einen Weisen von unsch\u00e4tzbarem Wert, mitten in\nder Region zwischen dem K\u00f6nig der Ostalpen (\u00d6tscher) und den\nHerren der Benediktiner zu Melk besass. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><img src=\"http:\/\/utc-leonhofen.com\/tennis\/doc\/gr\/sonstige\/bau1.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>So trug es sich nun zu, dass\ndieses von allen so verachtete, nur leider mangels an Gulden mit dem\nNotwendigsten ausger\u00fcstete H\u00e4uschen trotzdem so seinen Dienst\nversah und ohne zu murren, Tag f\u00fcr Tag still vor sich hinwartete,\nbis wohl der Richtige k\u00e4me, um es zum Leben zu erwecken. Es\nspendete Schatten, gab Ruhe und lie\u00df so manchen, vom dauernden\nHin-und Herhetzen des Gegners schwei\u00df\u00fcberstr\u00f6mten\nK\u00f6rper mit seinen zarten, zu Duschkabinen veredelten\nWasserstrahlen wieder ins Leben zur\u00fcckfinden. <\/p>\n\n\n\n<p>In den letzten Z\u00fcgen des vorigen\nJahrhunderts, welches von der Erprobung der Atomspaltung bis zu\nsonstigen vernunftvernichtenden Erfindungen gezeichnet war, kamen nun\ndie v\u00f6llig planlosen Vertreter dieser filzkugelspielenden Zunft\nauf die Idee, einige Pl\u00e4ne anfertigen zu lassen, die das Entlein\nzu einem, na ja, sagen wir halt &#8222;Schwan&#8220; erwecken sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch welcher war denn nun wohl der richtige? <\/p>\n\n\n\n<p>So sprach der Herr der Pl\u00e4ne: &#8222;Nehmt einen\neurer Wahl, sodass euch euer Gef\u00fchl den rechten Plan zeigen\nm\u00f6ge&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>So begaben sich denn nun einige &#8211; von der Muse des\nIdealismus beseelte Mitbr\u00fcder &#8211; hin, und bauten Stein f\u00fcr\nStein, Elle um Elle, schleppten das Eisen die Mauern empor, hielten ein\nDach wie eine sch\u00fctzende Hand dar\u00fcber und lie\u00dfen das\nLicht durch die, wie Augen in den Westen blickende, Fenster in das noch\netwas leere Innere fallen. <\/p>\n\n\n\n<p>Und wie jedes Jahr, so kam nun doch etwas viel\nGr\u00f6\u00dferes in&#8217;s Land gezogen. Alle Leute freuten sich ob des\nWechsel des Jahrtausends so \u00fcberschw\u00e4nglich, sodass sie\nglitzernde Feuer in die L\u00fcfte warfen, die noch weit \u00fcber die\nGrenzen von St.Leonhard\/Forst und Ruprechtshofen, weit in das Land des\nnoch im Keller lagernden Mostes sichtbar waren. Das neue Jahrtausend\nward angebrochen und \u00fcbervoll von Gl\u00fcckw\u00fcnschen. Nur im\nInneren unseres &#8222;Noch Entleins&#8220; war es ringsum leer.<\/p>\n\n\n\n<p>Da kam pl\u00f6tzlich ein wohlgeformt flinker\nHandwerksbursch seines Weges, der sich gar gut mit Hobel und S\u00e4ge\nverstand und f\u00fcllte das Innere in Windeseile (3 Mondphasen) mit\nden Utensilien feinsten Holzes, an dem die W\u00fcrmer noch lange ihr\nFestmahl halten werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Richtige machte einen Blick und sah, es ist\ngut so. <\/p>\n\n\n\n<p>Und am T\u00fcpfelchen auf dem &#8222;i&#8220; ward demnach so\nlang noch gefeilt, bis Maler, Zeichner, Steinleger wie auch N\u00e4her\nseidener T\u00fccher dem Entlein das Aussehen verliehen, das heute\njeden Schwan erblassen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun denn, da das Werk gelungen ward, wollte man\nfeiern und die Kr\u00fcge schwingen, Wurstbrat in hohle Schl\u00e4uche\nf\u00fcllen und die letzten Zahnprothesen in das knusprige\nBEIGL-Geb\u00e4ck vergraben.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><img src=\"http:\/\/utc-leonhofen.com\/tennis\/doc\/gr\/sonstige\/bau2.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Stund der Erleuchtung begab\nsich denn nun am 20. Augustus des neu angebrochenen Millenniums, um die\nZeit des k\u00fcrzer werdenden Schattens, so an die 2 Stund bevor die\nSonn am Zenit kurz innehielt und sich der Feierlichkeiten\nmiterg\u00f6tzte, sodass sie die w\u00e4rmsten Strahlen ihres\n1.Jahrhundertsommers zu den wie Ameisen tummelnden Menschleins\nhinuntersandte. <\/p>\n\n\n\n<p>Und der Richtige freute sich und es war gut so. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Leute tranken und scherzten, erz\u00e4hlten\nSchw\u00e4nke aus ihrem und Anderer Leben, a\u00dfen von der Tafel der\nG\u00f6tter, tranken aus F\u00e4ssern den edlen Hopfen, prosteten sich\nzu, so auch den Reben in den Flaschen der Horizont zu kreisen begann.\nRingsum ward es wahrlich eine helle Freude, dem Trubel zuzusehen &#8211; und\nalle waren guter Dinge. <\/p>\n\n\n\n<p> Da stand er nun und blickte auf das Treiben. Er\nerfreute sich der Menschen die so froh miteinander konnten, als ob sie\nschon seit hundert Jahr eine gro\u00dfe Familie w\u00e4ren und\nh\u00e4tten noch nie, nie im Leben nur einen Hauch von Zank und Hader\ngekannt. Und er stand da, sah die Freude in den Gesichtern und fing an,\nein wenig gl\u00fccklich zu sein \u2013 und das war gut so.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; oder die Geschichte eines Jahrtausendbauwerks Johann der Weise Bruchst\u00fcck in 2 Akten. Dieses Federspiel entschl\u00fcpfte E. Grassmann. Vor grauen Jahren gab es einen Verein im Osten, der ein Haus und einen Weisen von unsch\u00e4tzbarem Wert, mitten in der Region zwischen dem K\u00f6nig der Ostalpen (\u00d6tscher) und den Herren der Benediktiner zu Melk besass. 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